Nur 5 Monate, bis unsere Arbeiter ohne Nachbars Hilfe Saft hatten.

Das Foto sieht schon nicht sehr überzeugend aus, aber der von uns engagierte Elektriker versicherte uns, dass das so richtig sei. Tatsächlich entpuppten sich die fest vergrabene, graue Säule und der verbeulte, orangefarbene Baustromkasten als zwei tote Attrappen. Sie schlummerten 3 Monate unnütz im Weg, kosteten uns aber monatlich Miete und einen Abschlag, für nichts. Aber von vorn.
Zuerst muss für den Abriss die sogenannte „Medienfreiheit“ geschaffen werden – also kein Wasser-, kein Strom-, kein Gas-, kein Internet/Telefonanschluss. Logisch.
Gas hatten wir nicht, die Wasserwerke haben ihren Teil völlig unkompliziert erledigt. Kabel Deutschland hat keine Techniker für Stillegungen, nur für Neukunden. „Da müssen Sie halt vorsichtig graben“, war die Antwort.
Die Stromjungs baggerten eines Morgens unangemeldet den Vorgarten mit den schönen Rosenbüschen auf links. Sie fanden das Kabel vom Hausanschluß nicht. Ich schlug vor im Keller zu schauen, wo es reinkommt. Es kam eine unwirsche Antwort: „Das Haus hat keinen Keller!“ Doch, ich war mir ziemlich sicher, ich war schonmal drin gewesen. Erst als wir die Treppe runterstiegen, kam die Erkenntnis: „Das Haus hat ja einen Keller?!?“
Der Hausstrom war weg, der Baustrom konnte gelegt werden. Unser Elektriker installierte den Baustromkasten und die Anschlusssäule fest im Boden. Kurz bevor der Keller kommen sollte, steckte ich zum Test mal ein Ladekabel von meinem Handy ein. Das Handy reagierte nicht, der verblombte Zähler im Baustromkasten drehte sich nicht.
Ich rief den Elektriker an. Er sagte ganz selbstverständlich, jaja, ich hätte den Baustrom beim Netzbetreiber Westnetz beantragen müssen. Aber dafür hatte ich ihn doch beauftragt, dafür hatte ich ihm doch eine Vollmacht unterschrieben? Und wofür berechnete er uns seit 3 Monaten Miete für tote Geräte und wofür zahlten wir bei Eon einen monatlichen Abschlag ohne Anschluss? Das ist doch absurd!
Unsere Nachbarn waren so lieb und halfen aus. Eine Kabeltrommel führte zwei Monate über die Straße und zapfte ihre neue PV Anlage an.
Ich versuchte währenddessen, den Baustrom online bei Westnetz zu beantragen. Aber das Onlineportal meinte aufgrund eines IT Fehlers, unsere Straße läge angeblich nicht in ihrem Zuständigkeitsgebiet. Wann der Fehler behoben werden würde, konnte uns die Hotline nicht sagen. Und einen anderen Weg als über das Portal gibt es nicht. Ich bin zu RWE persönlich in die Collingstr. gefahren. Auch sie konnten mir nicht weiterhelfen.
Ich weiß nicht, ob noch jemand Lust hat, das hier weiter zu lesen. Es hat wirklich gedauert bis das Haus stand, damit wir im Keller über diesen orangfarbenen Kasten mit dem späteren Hausanschluss unseren Baustrom kriegten. Das hat der Elektriker dann wirklich in einer guten Aktion irgendwie hingebogen. Wir hatten schon nicht mehr daran geglaubt.